• Modernisiertes 70er-Jahre Haus aus der Distanz mit neuer Fassadendämmung, Photovoltaik-Dach und blauem Himmel.
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Energetische Sanierung finanzieren: Der komplette Leitfaden 2026

Energetische Sanierung finanzieren


Sie stehen vor Ihrem Haus und wissen: Die alte Ölheizung frisst Geld, die Fenster sind undicht, und der Energieausweis zeigt Klasse F. Eine energetische Sanierung wäre die Lösung – aber wie finanziert man Maßnahmen, die schnell 80.000, 100.000 oder sogar 150.000 Euro kosten?

Die gute Nachricht: 2026 fördert der Staat die energetische Sanierung so umfangreich wie nie zuvor. Mit der richtigen Kombination aus KfW-Kredit, BAFA-Zuschuss und klassischer Baufinanzierung lassen sich die tatsächlichen Kosten um 30 bis 50 Prozent senken. Allerdings ist das Fördersystem komplex – und wer die Regeln nicht kennt, verschenkt bares Geld.

Als unabhängiger Finanzierungsberater mit Zugang zu über 500 Banken begleite ich seit 2004 Eigentümer durch genau solche Vorhaben. In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen, welche Fördertöpfe 2026 für Sie bereitstehen, wie Sie diese optimal kombinieren und worauf Sie unbedingt achten müssen, bevor Sie den ersten Handwerker beauftragen.

Welche Förderprogramme gibt es 2026 für die energetische Sanierung?

Die Förderlandschaft für die energetische Sanierung läuft unter dem Dach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Drei Programme sind dabei besonders relevant:

KfW 261 – Der Förderkredit für die Komplettsanierung

Wenn Sie Ihr Haus umfassend zum Effizienzhaus sanieren möchten, ist das KfW-Programm 261 Ihr wichtigstes Werkzeug. Sie erhalten einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit – und müssen dank Tilgungszuschuss einen erheblichen Teil davon nicht zurückzahlen. Die Höhe des Tilgungszuschusses hängt davon ab, welchen Effizienzhaus-Standard Sie nach der Sanierung erreichen:

  • Effizienzhaus 85: 5 Prozent Tilgungszuschuss (mit EE-Klasse: 10 Prozent)
  • Effizienzhaus 70: 10 Prozent (mit EE-Klasse: 15 Prozent)
  • Effizienzhaus 55: 15 Prozent (mit EE-Klasse: 20 Prozent)
  • Effizienzhaus 40: 20 Prozent (mit EE-Klasse: 25 Prozent)

Zusätzlich gibt es attraktive Boni: Gehört Ihr Haus zu den energetisch schlechtesten 25 Prozent des Gebäudebestands (sogenanntes Worst Performing Building), erhalten Sie weitere 10 Prozentpunkte. So sind im Idealfall bis zu 45 Prozent Tilgungszuschuss möglich – bei 150.000 Euro Kredit also bis zu 67.500 Euro, die Sie nicht zurückzahlen müssen.

KfW 458 – Zuschuss für den Heizungstausch

Für den Austausch einer alten Heizung gegen eine klimafreundliche Alternative wie eine Wärmepumpe gibt es einen direkten Zuschuss von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Die maximale Fördersumme beträgt 21.000 Euro. Dieser Zuschuss lässt sich auch mit dem KfW-261-Kredit kombinieren – allerdings nicht für dieselbe Maßnahme.

BAFA BEG EM – Zuschüsse für Einzelmaßnahmen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert einzelne Maßnahmen an der Gebäudehülle: Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke, neue Fenster oder den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Der Zuschuss beträgt 15 Prozent, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Wichtig zu wissen: Die Fördermittel stehen auch 2026 stabil zur Verfügung. Die KfW hat bestätigt, dass keine Kürzungen bei Neuzusagen der BEG-Förderung vorgesehen sind. Trotzdem gilt: Förderung muss immer vor Beginn der Maßnahmen beantragt werden. Wer vorher einen Handwerker beauftragt, verliert den Anspruch unwiderruflich.

Die drei Wege zur Finanzierung Ihrer energetischen Sanierung

In meiner Beratungspraxis sehe ich drei bewährte Finanzierungswege, die sich je nach Ausgangslage eignen:

Weg 1: KfW-Kredit als Hauptfinanzierung

Für umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus ist der KfW-261-Kredit meist die beste Basis. Die Zinssätze liegen aktuell bei rund 2,45 bis 3,12 Prozent für Annuitätendarlehen – oft günstiger als ein klassisches Bankdarlehen. Dazu kommt der Tilgungszuschuss, der Ihre Restschuld direkt senkt.

Reichen die 150.000 Euro nicht aus, lässt sich der KfW-Kredit mit einem ergänzenden Bankdarlehen kombinieren. Als unabhängiger Berater vergleiche ich dafür die Konditionen von über 500 Banken und finde die passende Ergänzungsfinanzierung.

Weg 2: Modernisierungskredit ohne Grundbucheintrag

Für kleinere Maßnahmen bis etwa 50.000 Euro bieten viele Banken spezielle Modernisierungskredite an, die ohne Grundbucheintrag auskommen. Das spart Notar- und Grundbuchkosten und beschleunigt die Abwicklung erheblich. Diese Kredite sind besonders sinnvoll, wenn Sie einzelne Maßnahmen wie Fenstererneuerung oder Dachdämmung finanzieren möchten.

Weg 3: Kombination mit bestehender Baufinanzierung

Steht bei Ihnen ohnehin eine Anschlussfinanzierung an, lässt sich die energetische Sanierung elegant in die neue Finanzierung integrieren. Sie nehmen einen höheren Darlehensbetrag auf, nutzen die KfW-Förderung als Ergänzung und profitieren von nur einer monatlichen Rate. In der Praxis ist das oft die wirtschaftlichste Lösung.

Rechenbeispiel: So rechnet sich die energetische Sanierung

Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an, das ich so ähnlich kürzlich in der Beratung hatte:

Ausgangslage: Ein Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren in Baden-Württemberg, Energieeffizienzklasse G. Der Eigentümer möchte das Haus zum Effizienzhaus 70 EE sanieren: neue Fenster, Fassadendämmung, Dachdämmung, Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Sanierungskosten gesamt: 140.000 Euro

PositionBetrag
KfW-261-Kredit140.000 €
Tilgungszuschuss EH 70 EE (15 %)– 21.000 €
WPB-Bonus (10 %)– 14.000 €
Förderung Baubegleitung (50 % von 10.000 €)– 5.000 €
Tatsächliche Kreditbelastung100.000 €

Ergebnis: Von den 140.000 Euro Sanierungskosten muss der Eigentümer effektiv nur 100.000 Euro zurückzahlen. Die Förderung beträgt 40.000 Euro – fast 29 Prozent der Gesamtkosten.

Bei einem KfW-Zinssatz von 2,80 Prozent und 2 Prozent anfänglicher Tilgung liegt die monatliche Rate bei rund 400 Euro. Gleichzeitig spart die Sanierung rund 250 bis 300 Euro monatliche Energiekosten ein. Die tatsächliche Mehrbelastung beträgt also nur etwa 100 bis 150 Euro im Monat – für ein Haus, das deutlich an Wert gewonnen hat und langfristig kaum noch Energiekosten verursacht.

Nicht vergessen: Alternativ zur KfW-Förderung können Eigentümer die Sanierungskosten auch steuerlich absetzen – 20 Prozent der Kosten verteilt über drei Jahre, maximal 40.000 Euro. Was sich im Einzelfall mehr lohnt, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Das rechne ich gerne mit Ihnen durch.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Finanzierung – und wie Sie sie vermeiden

In über 20 Jahren Beratungserfahrung begegnen mir immer wieder dieselben Stolperfallen:

Fehler 1: Handwerker beauftragen, bevor die Förderung beantragt ist. Das ist der teuerste Fehler. Die KfW und das BAFA fördern nur Maßnahmen, die nach der Antragstellung begonnen wurden. Einmal unterschrieben, ist der Fördertopf für immer zu.

Fehler 2: Keinen Energieberater einschalten. Für die KfW-261-Förderung ist ein zertifizierter Energieeffizienz-Experte Pflicht. Aber auch wirtschaftlich lohnt sich die Investition: Der Experte kennt die technischen Anforderungen und sorgt dafür, dass Sie den optimalen Effizienzhaus-Standard erreichen. Die Kosten für die Baubegleitung werden zu 50 Prozent gefördert.

Fehler 3: Nur bei der Hausbank anfragen. Viele Eigentümer fragen nur bei ihrer Hausbank nach einer Finanzierung. Dabei unterscheiden sich die Konditionen für den ergänzenden Bankkredit erheblich. Als unabhängiger Berater vergleiche ich für Sie über 500 Banken – und finde oft Konditionen, die 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte günstiger sind. Bei einem Kredit über 100.000 Euro macht das über die Laufzeit mehrere Tausend Euro aus.

Fehler 4: Keinen Kostenpuffer einplanen. Bei Altbauten weiß man nie, was hinter der Wand steckt. Planen Sie mindestens 15 bis 20 Prozent Puffer auf die kalkulierten Sanierungskosten ein. Diesen Puffer sollten Sie in der Finanzierung von Anfang an berücksichtigen – eine Nachfinanzierung ist immer teurer.

Fehler 5: Förderungen nicht kombinieren. Viele Eigentümer nutzen nur ein Förderprogramm, obwohl eine kluge Kombination deutlich mehr bringt. Die Regel: Verschiedene Maßnahmen dürfen aus verschiedenen Töpfen gefördert werden. Nur eine Doppelförderung derselben Maßnahme ist ausgeschlossen.

Fazit: Jetzt handeln lohnt sich – die Förderung steht

Die energetische Sanierung ist 2026 so gut finanzierbar wie selten zuvor. Die Fördertöpfe sind gefüllt, die KfW-Zinsen liegen deutlich unter dem Marktniveau, und die Tilgungszuschüsse reduzieren Ihre tatsächliche Belastung erheblich. Gleichzeitig steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie nachhaltig und schützen sich vor weiter steigenden Energiekosten.

Der Schlüssel liegt in der richtigen Reihenfolge: Erst planen, dann Förderung beantragen, dann sanieren. Und in der richtigen Kombination aus Fördermitteln und Bankfinanzierung.

Sie planen eine energetische Sanierung und möchten wissen, welche Förderung und Finanzierung für Ihr Vorhaben optimal ist? Ich berate Sie persönlich, unabhängig und kostenfrei im Erstgespräch. Mit Zugang zu über 500 Banken finde ich die Finanzierung, die zu Ihrem Projekt und Ihrem Budget passt – inklusive optimaler Fördermittelkombination.

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Oliver Urban | Unabhängiger Finanzierungsberater seit 2004 | Spezialist für komplexe Baufinanzierungen | Tiefenbronn | Deutschlandweit für Sie da